Die Anfänge der Erftwerksiedlung 1919-1949

Gemäß Vertrag vom 01.09.1916 wurde zwischen dem Deutschen Reich, der Fa. "Gebr. Giulini" in Ludwigshafen und dem "RWE" in Essen vereinbart, auf dem Grundstück einer Ziegelei in Allrath zwischen der Bahnstrecke Mönchengladbach - Köln und der Kölner Landstraße eine Aluminium-Produktionsstätte, bestehend aus Ofenhalle, Umformer, Gießerei und Elektrodenfabrik zu errichten. Als Name der Gesellschaft wurde "Erftwerk AG" gewählt.
1917 wurde zusätzlich das "Gut Herkenbusch" für Zwecke des Betriebes und des Wohnungsbaues erworben. Ende 1917 nimmt das Erftwerk seinen Betrieb auf, erreicht im Sep.1918 seine volle Kapazität und wird im Dez.1918 nach Ende des 1.Weltkrieges wegen Absatzschwierigkeiten bis auf zwei Ofenserien stillgelegt.

    

 

1919 bis 1921 heißt es in den Firmenakten: Errichtung von 31 Einfamilienhäusern und 36 Mietwohnungen in der "Wöhlerstraße", "Von-der-Porten-Straße" und "Gustav-Lück-Straße". Dieses Gebiet befand sich von Grevenbroich aus gesehen, südlich der Bahnlinie Mönchengladbach - Köln und links abgehend von der bestehenden Landstraße von Grevenbroich nach Neuenhausen. Abgesehen davon, dass sich südlich der Bahnstrecke an der "Neuenhausener Straße" bereits ein Wohnhaus befand, nämlich dasjenige des früheren Besitzers von "Gut Herkenbusch" (heute "Neuenhausener Str. 261"), kann man 1919 als Gründungsjahr der Erftwerksiedlung betrachten.
Auf der "Wöhlerstr." wurden Häuser für Oberbeamte, Obermeister und Beamte errichtet. Auf der nördlichen "Von-der-Porten-Str." Häuser für Meister, Vorarbeiter und Facharbeiter, während auf der "Gustav-Lück-Str." und der südlichen "Von-der-Porten-Str." Mietwohnungen gebaut wurden. Ein Katasterblatt aus dem Jahr 1926 belegt, daß sich bis zu diesem Zeitpunkt gegenüber dem Zustand von 1919-1921 nichts wesentliches geändert hatte.
1933 wurde die "Erftwerk AG" von der reichseigenen "Vereinigten Aluminiumwerken AG" übernommen. Ende 1940 heißt es in deren Annalen: Bis zu diesem Jahr stehen 136 Eigenheime in der Siedlung Die Erftwerksiedlung hat ca. 1200 Einwohner.
Bekannt ist, dass ab 1933 nach der Machtergreifung durch die "NSDAP" auch in der Erftwerksiedlung mit Unterstützung des Erftwerkes und der Finanzierung durch die "Reichsheimstätte" ein umfangreiches Eigenheim-Bauprogramm aufgelegt wurde und zwar nicht nur für Belegschaftsmitarbeiter der "VAW", sondern auch für Betriebsfremde. In dieser Zeit bis zum Kriegsende wurden die "Gustav-Lück-Str.", die "Erftwerkstr." und die "Neuenhausener Str." mit Eigenheimen bebaut. Mit Kriegsbeginn wurde die Bautätigkeit weitgehend eingestellt.
1942 wurde das Erftwerk durch einen Bombentreffer in der Elektrolyse beschädigt. Am 29.05.1943 erfolgte die Bombardierung der Erftwerksiedlung. Am 28.02.1945 besetzten alliierte Truppen das Erftwerk und Grevenbroich. Die Produktion kam vollständig zum Erliegen und alle Mitarbeiter wurden wegen verhängtem Produktionsmangel entlassen.

Ortsentwicklung 1949-1999



Die Bevölkerung war in diesen bitteren Jahren an vielerlei Entbehrungen gewöhnt. Die Kinder, meistens in ärmlichen und improvisierten Kleidungsstücken, hatten dankbar an den Schulspeisungen (z.B. "Jäschtezupp") teilgenommen. Es wurde "gefringst" am Bahngleis, von der Lindestrasse bis zur Erftbrück wurde "jeströv" und auf den abgeernteten Kornfeldern wurde "jesümmert". Gut 300 Siedlungsbewohner gab es zu dieser Zeit. Bei Gerhard Holl, einer Frohnatur, wurde oft  in großer Nachbarrunde mit "Knollibrändi" ausgelassen gefeiert.

1952 begann das Leben auf den noch dürftig befestigten und unkanalisierten Siedlungsstraßen mit einem großen Festumzug der Siedlungsbewohner. 1953 bot noch ein freier Blick nach Süden über die Felder bis zur Vollrather Höhe, eher die Südstadt erweitert wurde und ein Bauboom folgte. SB-Läden traten zu den Tante-Emma-Läden in Konkurrenz. Am 04.11.54 erfolgte die Einweihung der "Kath. Volksschule Erftwerksiedlung". 1956 Benediktion der Notkirche und 1957 entstand das Gebäude für die Jugend in dem aber auch Konzerte, Hausfrauennachmittage und Familienabende gefeiert wurden. Der erste Kindergarten eröffnete.
23.08.59 Konsekration der Pfarrkirche "St.Josef". Die Südstadt mauserte sich auf 2500 Einwohner. Im Jahr 1963 bekam der Kirchturm hässliche Gesellschaft. Vier Hochhäuser wurden errichtet und man sprach von den "4 Aposteln".
Die Südstadt wurde in den 70er Jahren von Autobahn und Schnellstrassen hübsch eingerahmt.

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