Geschichte der "G.d.S." 1949-1999

Es war wohl an einem Mai-Abend im Jahr 1949 als 25 Männer der, mit gut 300 Bewohner zählenden Siedlung am Erftwerk die Idee hatten, zum Sommeranfang ein Zelt zu errichten, um ein Sommerfest zu feiern. Viele verschiedene Ideen bzgl. der Gestaltung des Festes wurden eingebracht und eines hatten diese 25 Männer gemeinsam: das finanzielle Risiko, dieses Fest bezahlen zu können. Das Erftwerk stellte auf Anfrage der 25 Männer (alle waren dort beschäftigt) ein Stück Land zur Verfügung (Bauer Willi "Nöle" Hilgers gab sein Pachtland frei), auf dem das Zelt für vier Tage aufgestellt werden durfte.
Das Fest wurde ein voller Erfolg und groß war die Begeisterung in der Bevölkerung. Von allen Seiten wurde angeregt, ein solches Fest in Zukunft immer zum Sommeranfang zu veranstalten, was auch im Jahr 1950 und 1951 von diesen 25 Männern organisiert und durchgeführt wurde. Das Interesse war geweckt und eine Gründungsversammlung der Gemeinschaft der Erftwerksiedlung wurde am 10. August 1951 im Haus des Kreislehrgartens abgehalten. Herbert Lüngen war langjähriger Vorsitzender und Franz Hoppe Kassierer dieser gegründeten Erftwerk-Siedlungsgemeinschaft. Zum Sommerfest 1952 zog ein erster, unter der Anleitung von Frau Schürmann mit Kindern durchgeführter Festumzug über die dürftig befestigten und unkanalisierten Straßen der Erftwerksiedlung.

Bereits 1951 konnte eine Mitgliederzahl von 250 Personen nachgewiesen werden, die in den folgenden Jahren auf über 500 Personen anstieg. Ab 1956 wurde in der Satzung verankert, dass die Betreuung älterer Personen sowie die Unterstützung der Jugendarbeit zur Verpflichtung der Gemeinschaft wurde. Ebenso wurde eine Sterbekasse gegründet. Als weitere Aufgabe wurde die vorbildliche Pflege der Häuser und Gärten in der Siedlung aufgenommen. Unser Dorf soll schöner werden ließ grüßen und 1965 wurde in diesem Wettbewerb tatsächlich ein Preis auf Landesebene errungen.

Erste Satzung !

Die Siedlungsgemeinschaft schritt voran und feierte ihr 10-jähriges Bestehen. Mittlerweile gab es Familienabende, Hausfrauennachmittage und ein von über 300 Kindern in verschiedenen Gruppen durchgeführter Blumekorso. Ein Glas "Helles" kostete 0,40 DM und "Freßkörbe" waren begehrte Tombolapreise. Mitte der 60er-Jahre wurde für das Festzelt ein 1.500 qm großes Grundstück an der Herbert-Rubach-Str. gepachtet und die Gemeinschaft meldete 1200 Mitglieder incl. Frau und Kind. Ein 2.200 qm großes Gelände wurde für einen Kinderspielplatz an der Erftwerkstr./ Ecke Herkenbuscher Weg mit viel Arbeitseinsatz in der Freizeit und Vereinsgeld  hergerichtet. Im St.-Martinskomitee wurden jahrelang 1.000 Weckmänner gespendet. Überhaupt wurde Unterstützung groß geschrieben und so sammelte der Verein Spenden für "Aktion Sorgenkind" oder "Lebenshilfe eV".

1974 wurde ein eigenes Tambourcorps gegründet und die Gemeinschaft feierte ihr Silberjubiläum. Von den 25 Gründungsvätern lebten noch 8, wovon 5 zur Feier dabei sein konnten. Der Vereinsvorsitzende Heinz Füsser betonte zum 25jährigen Jubiläum die Ideale der Gemeinschaftspflege und warb bei allen Bewohnern um Beteiligung. Zur Belohnung für die Teilnahme am Kinderkorso wurde eigens ein Kinderfest mit Spiel und Sport im Rahmen des Sommerfestprogramms veranstaltet. Aber auch Altenfeiern gehörten zum festen Bestandteil des Vereinskalenders. Der Vorstand engagierte Künstler oder wurde selbst aktiv. Die begeisterte Teilnahme an diesen Veranstaltungen belegte, dass es viele Möglichkeiten gibt, Vereinaktivitäten zu betreiben und weiter zu entwickeln. Die Devise lautete "Gemeinsamer Spaß zum freundschaftlichen Miteinander". Es gab den Karnevals-Preiskostümball und Kegelturniere.

Aber in den 80er-Jahren stellte sich trotz aller Bemühungen des aktiven Vorstandes ein enormer Rückgang der Besucherzahlen ein. Auch der Kinderumzug wurde nicht mehr durchgeführt und das Festzelt blieb zum Sommerfest weitestgehend leer. Ratlosigkeit hinsichtlich der Zukunft führten zu einer Wendung im Programmablauf. Nach 36 Jahren Siedlerfest beging die Gemeinschaft vom 22.-25.06.85 ihr erstes Schützenfest. Mit den Vorsitzenden Herbert Volk und Harry Verch sowie dem Schützenoberst Heinz Zimmermann begann mit vier Zugdelegationen eine neue Form des Heimatfestes. In einem Umzug am Schützenfest-Samstag führten Willibert Weihrauch, Peter Hackhausen, Werner Richatz und Gerhard Lange Ihre Schützenzüge durch die Südstadt. Zum Start gab es noch keinen Schützenkönig. Am Schützenfest-Sonntag trat das Südstadt-Regiment mit 50 Schützen erstmals zu einer Parade in Uniform an. Am Kirmes-Montag wurde mit Harry Verch der erste Schützenkönig im Vogelschuß ermittelt.

Die Änderung des Sommerfestes in ein Schützenfest hatte zur Folge, dass innerhalb eines Jahres die Anzahl von 4 Schützenzügen auf 10 Gruppierungen mit mehr als 100 Schützen stieg. Abordnungen der Bürgerschützenvereine aus Allrath, Barrenstein, Neuenhausen und Grevenbroich-Stadtmitte bekundeten ihre Bindungen zur Südstadt. Mit Skepsis bedacht und belächelt nahm die Schützengemeinschaft dennoch innerhalb von vier Jahren einen starken Aufschwung. 360 Mitglieder, davon 200 aktiv in Schützenzügen wie Husaren, Marineabordnungen, versch. Jägerformationen, Artilleriezug und Tellschützen bildeten die neue/andere Gemeinschaft.
Ab den 90eer-Jahrern kamen Veranstaltungen wie Pokalschiessen, Fußballturnier, Oberstehrenabend und Kegelturnier hinzu. Die Zuggruppierungen stiegen auf 18 Vereinigungen, mittlerweile gibt es auch Sappeure und Schill-Offiziere sowie weitere Jägerzüge.